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20.4.2019 : 13:09 : +0200
  • Symptome sind  Hinweisgeber/"Warnblinkanlagen" des Organismus für Unbalancen  und haben darüber hinaus die Funktion, diese Unbalancen (mit untauglichen Mitteln) auszugleichen.
  • Es geht deshalb in einer Psychotherapie darum, die Funktion eines Symptoms für eine ganz bestimmte Person erst einmal respektvoll kennenzulernen. (So quälend und zerstörerisch ein Symptom auch sein kann, es hat für die Person immer auch eine stützende Komponente, die es herauszufinden und zu würdigen gilt.)
  • Gleich aussehende Symptome haben bei unterschiedliche Personen oft sehr unterschiedliche Funktionen, so dass auch die Behandlung entsprechend unterschiedlich ausgerichtet sein muss.
  • Daraus folgt, dass Symptome in einer Psychotherapie nicht bekämpft werden. Sie werden vielmehr in ihrer (möglicherweise auch in der Vergangenheit liegenden) Funktion für die Person gewürdigt und nach geeigneten Therapieschritten zum Überflüssigmachen des Symptoms gesucht. In dem Maße wie dies gelingt, kann  das Symptom verschwinden.

    (Dies gilt unter dem Vorbehalt, dass eine Symptomatik nicht so zerstörerisch und selbstzerstörerisch ist, dass die Behandlung durch die Schulmedizin und die Einnahme von Psychopharmaka - zumindest für einen gewissen Zeitraum und parallel zu einer Psychotherapie - notwendig ist.)